Geographie zum Anfassen: Eine Woche Island
Unser P-Seminar tauschte für eine Woche den Klassenraum gegen Vulkane, Gletscher und Polarlichter.

Im April 2026 ist unser P-Seminar Geographie für eine Woche nach Reykjavík gereist – in die nördlichste Hauptstadt der Welt. Statt im Klassenzimmer über Vulkane, Gletscher und das Leben in Island zu lesen, wollten wir das Land mit eigenen Augen sehen und tauschten Tafel und Lehrbuch gegen Vulkankrater, Geysire, Gletscher und das raue Wetter des Nordatlantiks.
Idee, die den Unterricht lebendig machte
Das Konzept dahinter ging auf eine Idee von Herrn Hofmeister zurück, der die Reise gemeinsam mit Frau Oppermann leitete: An jedem wichtigen Ort hielt jemand aus der Gruppe eine kurze Präsentation – direkt vor Ort, zum passenden Thema. So stand das Wissen nie abstrakt im Raum, sondern dort, wo man es greifen konnte. Über die Woche verteilt entstand so eine ganze Reihe von Vorträgen: über die Geschichte Islands, das Glücksniveau des Landes, die Fischerei, die Entstehung von Vulkanen und Kratern, die Gletscher, die geothermische Energieproduktion und schließlich die Polarlichter. Das Ergebnis war ein Lernen, das deutlich unmittelbarer war als im Klassenzimmer.
Die Themen reichten weit – vom starken sozialen Netz und der engen Verbindung der Isländer zur Natur über die Wikingergeschichte bis zur Geologie und Geothermie. Zum Thema Glück führten wir außerdem eine eigene qualitative Erhebung durch: In Straßenumfragen, in Läden und sogar in einer Polizeiwache befragten wir Menschen verschiedener Altersgruppen, was sie glücklich macht. Die Antworten waren oft erstaunlich tiefgründig – am häufigsten genannt wurden Natur, Sicherheit, Gemeinschaft und Freiheit.
Schule einmal anders – ein Blick über den Tellerrand
Ein wichtiger Teil der Reise war der Besuch der isländischen Schule Fjölbrautaskólinn í Breiðholti. Drei Schüler hielten dort sogar eine Unterrichtsstunde auf Deutsch. Auffällig war vor allem das Verhältnis zwischen Lehrkräften und Schüler*innen: deutlich lockerer als bei uns, respektvoll, aber auf Augenhöhe. Die Schüler*innen arbeiten viel selbstständig an Projekten, haben große Wahlfreiheit und übernehmen viel Eigenverantwortung. Auch die moderne Ausstattung der Fachräume für Medizin, Elektrotechnik und Naturwissenschaften fiel uns auf – und führte zu einigen Gesprächen darüber, wie Schule auch aussehen könnte.
Naturwunder, die man nicht vergisst
Der Goldene Kreis führte uns zum türkisfarbenen Kratersee des Kerið, zum tosenden Gullfoss und zu den Geysiren, deren Fontänen meterhoch aufstiegen. In Südisland standen wir am Sólheimajökull-Gletscher – ein eindrücklicher und zugleich nachdenklich stimmender Anblick, weil der Klimawandel ihn sichtbar zurückgehen lässt. Den Abschluss bildete eine durchwachte Nacht, in der sich tatsächlich die Polarlichter über Reykjavík zeigten: grüne Schleier am klaren Nachthimmel – ein Moment, den keiner von uns vergisst.
Unser Fazit
Island hat uns gezeigt, wie ein kleines Land mit Gemeinschaftssinn und einem klugen Umgang mit seiner Natur eine hohe Lebensqualität erreicht. Durch die Idee, an jedem Ort selbst zu präsentieren, haben wir Geographie tatsächlich erlebt, statt nur darüber zu lesen. Möglich wurde die Reise auch durch eine großzügige Förderung sowie durch zahlreiche eigene Aktionen, mit denen wir über das Schuljahr hinweg Geld gesammelt haben.
